Foto: Peter Garbe
St. Marienkirche Bernau
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Die Stadtkirche St. Marien zu Bernau

Zur Geschichte und Architektur der Marien Kirche
Die St. Marien Kirche ist das geschichtlich bedeutendste Gebäude der Stadt Bernau. Ihre heutige Gestalt erlangte sie durch eine im 14. Jahrhundert beginnende, zweihundert Jahre andauernde Bautätigkeit. Eine Inschrift im Gewölbe über der Kanzel nennt das Jahr 1519 als Abschluss der Bautätigkeit. Seit der Zeit hat die Kirche die jetzige Form als vierschiffige Hallenkirche mit Chorumgang. Die Marien Kirche hatte als Vorgängerbau eine romanische, später gotisch veränderte Basilika. Bei Ausgrabungen im Hochaltarbereich konnte das Fundament eines Apsiskranzes nachgewiesen werden. Die ehemalige Basilika hatte bereits die Ausmaße der heutigen Kirche. Apsiskranz und das Feldsteinmauerwerk sind um das Jahr 1280 entstanden. Im Dachgeschoss sind noch der Giebelansatz und die Obergadenfenster der alten Basilika zu sehen. Flügelaltar: Marienkrönung
Die aus Granitquadern gebaute Doppelturmanlage musste im 19. Jahrhundert wegen aufälligkeit abgetragen werden und 1846 durch den jetzigen Turm des Baumeisters Julius Manger von der Berliner Bauakademie ersetzt. Das Gewölbe unterscheidet sich in den einzelnen Bauabschnitten. Im Mittelschiff ein einheitliches Sternnetz, in den nördlichen Seitenschiffen Sternmuster in drei verschiedenen Ausführungen und im südlichen Seitenschiff ein sehr dekoratives Netzmuster. Im Altarraum und im Umgangschor Kreuzrippengewölbe nach Vorbildern der Altmark.
Seit 1975 wurden Aussenhaut, Dachstuhl, Dach, Turm Mauerwerk und Fenster restauriert. Bei der Erneuerung des Innenraums wurde die farbliche Gesamtraumfassung von 1519 wiederhergestellt. Das grossformatige Doppelstrich-Fugennetz symbolisiert die biblische Vision der “Neuen Stadt”, das “Himmlische Jerusalem”. Der Schmuckreichtum wird im Gewölbe des Hochaltars besonders deutlich. Die starke farbige Gestaltung der Kapitelzonen, sowie der südlichen Vorhalle, sind überraschende Entdeckungen der Restaurierung. Südschiff

Die Kunstwerke der Marien Kirche
Auf dem Balken zwischen Langhaus und Chor befindet sich das Triumphkreuz. Der Gekreuzigte wird von Maria und Johannes eingerahmt. Rechts daneben eine kleine Schnitzfigur des Jakobus. Zu besonderen den Kunstwerken der Kirche gehört in erster Linie der Flügelaltar aus dem Umkreis von Lukas Cranach den Älteren (um 1511). Mit einer Gesamthöhe von 8 m und einer Breite von mehr als 5 m dominiert er den Chorraum. Durch 39 Schnitzfiguren und 68 Bildtafeln wird das inhaltliche und künstlerische Verständnis am Übergang von der Spätgotik zur Renaissance dokumentiert. Der Altar ist thematisch und mechanisch dreifach unterteilt.
Höhepunkt ist die Krönung Marias in der Mitte der Festagsseite. Gottvater und Jesus setzen Maria gemeinsam die Krone auf. Ihr weit ausgebreiteter Mantel wird von zwei Engeln getragen, Feierlichkeit ausdrückend. Seitlich zwei musizierende Engel, deren Ärmel auf Renaissancemode hindeuten. In den anderen Feldern sind Heilige und Apostel dargestellt (u. a. Petrus, Paulus, Matthäus und Katarina), einige sind nicht identifiziert. Auf der Sonntagsseite wird die Christus- und Mariengeschichte dargestellt. Die Christusgeschichte fundiert auf den Texten des Evangeliums. Evangelischer Beichtstuhl von 1729
Bei der Mariengeschichte wurden teilweise damals übliche phantasievolle und romanhafte Ausschmückungen zu Grunde gelegt. Auf der Werktagsseite werden Szenen aus der Heiligenlegende in teils drastischer Art dargestellt. Den Heiligen wurde eine Vermittlung zwischen Gott und den Menschen zugesprochen. In der Predella sind vier Szenen aus der Nikolauslegende dargestellt. Im Gesprenge wird Christus von Petrus und Paulus flankiert. In der oberen Reihe: in der Mitte Georg als Nothelfer und Bezwinger des Heidentums, links Andreas mit dem Balken seines Kreuzes und rechts Jakobus der ältere mit Pilgerhut. Links neben dem Hochaltar befindet sich ein steinernes Sakramentshaus. Es wird um 1480 datiert und ist mit Fresken der “Gregorsmesse” und dem “Schweißtuch der Veronika” versehen. Der hölzerne Schrank ist mit schönen eisenbeschlagenen Türen versehen. Die äusseren Türblätter enthalten wertvolle Malerei aus dem 15. Jahrhundert. An der seitlichen Nische konnte ein “Schmerzensmann” freigelegt werden.
Die Kanzel ist eine Stiftung aus dem Jahr 1609, die Figuren am Korb dürften aus unterschiedlichen Zeiten des späten Mittelalters sein. Am Aufgang befinden sich die Bilder der vier Evangelisten und am Korb Christus in der Mitte von vier Aposteln. Die Krone ist künstlerisch herausgearbeitet und vergoldet. Die Szene mit dem Pelikan stellt ein Zeichen Christi für die Auferstehung dar. Zwei Felder im Zugang sind ohne Bemalung, sie wurden bei der Umsetzung der Kanzel von der zweiten Säule am südlichen Seitenschiff an den nördlichen Pfeiler des Choreingangs eingefügt.
In der Bernauer St. Marien Kirche finden wir zwei Taufsteine. Die Chronik von Tobias Seiler aus den Jahre 1736 erwähnt nur die hölzerne aus den Jahr 1606. Sie ist künstlerisch gearbeitet und mit vergoldeten Säulen und Apostelbildern verziert. Der zweiteilige Deckel ist teilweise versilbert und vergoldet. Im unteren Teil ist die Taufe Christi dargestellt. Schalldeckel der Kanzel
An der Oberdecke sind die Namen damaliger kirchlicher Würdenträger verzeichnet, z. B. Erdmannus Trappenius als Probst und Joachimus Zander als Diakon. Das älteste Inventarstück der Kirche ist die mächtige mittelalterlich Sandsteintaufe in Pokalform. Sie wird z. Z. für die Taufen benutzt. Bei Ausgrabungsarbeiten im Altarraum fand man passende Fundamente und stellte sie dort auf. Da sie bei Tobias Seiler nicht erwähnt wurde kann sie zur damaligen Zeit nicht vorhanden gewesen sein. Sie stammt wahrscheinlich aus einem Vorgängerbau oder wurde aus einer anderen Kirche umgesetzt.

Führungen
Helga-Marie Breuer
„Baugeschichtliche Führung”, „Taufe”

Brigitte Klaus
„Der Flügelaltar”, „Baugeschichtliche Führung”

Ewald Nentwig
„Baugeschichtliche Führung”, „Gedenksteine und Epitaphien”

Dr. Wilfrid Seifart
„Bildschmuck in der St. Marien Kirche” (Flügelaltar, Emporenmalerei)
Bildvortrag „Kirchenemporen in mittelalterlichen Kirchen”

Anmeldung: Küsterei St. Marien, Tel.: (0 33 38) 70 22-0, Fax: 70 22-19


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