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Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt.
EÜ Hebräerbrief 13,2 / Monatsspruch Juni 2018

Zwei Wörter fallen mir besonders ins Auge: Gastfreundschaft und Engel.

Gastfreundschaft, (griech. /philoxenía/), bedeutet mehr als nur freundlich zu sein zu Gästen. Es ist die Liebe, mit der wir den Gästen begegnen. Es ist die Liebe zur Her­berge und vor allem die Liebe zum Fremden selbst. Liebe insofern, als dass /philo/ nicht nur auf /phílos/ (Freund), sondern auch auf /philéo/ (lieben) zurückgeht. Frem­de*r insofern, als dass /xenía/ (Gastlichkeit, Herberge) zurückgeht auf /xénos/ und so­wohl Gast, Gastfreund, Gastgeber als auch fremd, Fremder bedeuten kann.

Gastfreundschaft zeigt sich im Alten Testament (AT) vor allem in der Bewirtung und sicheren Beherbergung von fremden Menschen im eigenen Haus oder im Zelt. Schutz, Nahrung und die Möglichkeit zur sicheren Übernachtung für Fremde waren wichtig und ethisch geboten. Wer nicht gastfreundlich war, galt als gottlos, kultur- und gesetzlos. Die Mahlzeit diente dabei der Stiftung von Gemeinschaft.

In der Aufnahme der Fremden verändert sich die Beziehung: aus den Fremden, den unbe­kannten Reisenden, werden Gäste, Freunde und Wegbegleiter.

Die Nähe der Wörter Fremde und Gäste ist verwunderlich und beeindruckend. Sie erinnert daran, dass Abraham, der Stammvater der Juden, der Christen und der Muslimen, selbst ein Fremder in Kanaan war – und dass er dort ein vorbildlicher Gast­geber für die drei Männer am Hain Mamre (1.Mose 18,1–8) war (siehe Titelbild).

Fremde und Gäste sind sowohl Menschen als auch Gott selbst. Gleiches gilt für die Gastgeber*innen. Auch diese waren und sind nicht nur Menschen; sondern Gott selbst erwies sich als freundliche*r Gastgeber*in, als die Israeliten in der Wüste mit Wachteln und Manna gespeist und mit Wasser versorgt wurden (2.Mose 16–17).

Im Neuen Testament (NT) wird die Gastfreundschaft nunmehr aktiv von Menschen gefordert (s. oben Monatsspruch u. Röm 12,13; 1Petr 4,9). Und sie wird sogar noch ver­schärft, indem sie als Dienst, als ein Handeln, an Gott selbst beschrieben wird und so im Weltgericht der Scheidung der Gerechten von den Frevlern dienen soll. Gast­freundschaft erfüllt so bis zu vier der sieben Werke der Barmherzigkeit (Hun­gernde speisen, Dürstenden zu trinken geben, Nackte bekleiden, Fremde auf­nehmen, vgl. Matthäus 25,34 – 46). Der zweite Teil des Monatsspruchs, die un­wis­sent­liche Aufnahme von Engeln, soll zur aktiven Gastfreund­schaft motivieren. Da wir nicht wissen können, wann, wie und durch wen Gott bei uns einkehrt.

Ein anderer Gedanke ist der, dass Gott selbst, der uns in jedem Gottesdienst, bei jedem Abendmahl, willkommen heißt, jede und jeden von uns bei der späteren Ein-kehr ins Ewige Reich gastfreundlich, liebevoll empfangen wird, wie eine tröstende Mutter, ein barmherziger Vater zugleich.

Das Wort Engel, griech. /ángelos/, bedeutet mehr als die menschlichen Vorstel­lungen von geflügelten, geistigen Wesen. Es wird übersetzt mit: Abgesandte*r, Bote Gottes. Im AT steht oft „der Engel des Herrn″ für Gott selbst. Mit dem NT jedoch sind wir alle als Boten, Beauftragte Gottes für die Liebe Gottes, für die Liebe zum Nächsten, die sich exemplarisch in Christi Leben und Sterben offenbarte, eingesetzt.

Gott handelt und wirkt in und durch Menschen. Menschen, wie wir. So ist es nicht un­wahrscheinlich, dass jeder und jede von uns schon einmal Gastgeber*in Gottes ge­wesen ist. Manchmal offenbart sich dies aber erst rückblickend, so dass wir auch zukünftig jeder­zeit damit rechnen sollten und können.       

Dieses und die Freude auf Gottes Reich dürfen wir bestaunen, bejubeln, besingen und betanzen, vielleicht mit folgendem Lied.          

Ihr Vikar Sven Stoltmann

editorial lied

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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