St. Marienkirche Bernau, Foto: S. Steinheisser
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Gehören Glaube und Unglaube zusammen?

Die Jahreslosung für 2020 hat es ja mal wieder in sich. „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ (Mk 9,24) Erst ein sicheres Bekennen, dann das anfängliche Zweifeln, ein Sich-vergewissern, Sich-vergewissern-wollen. Ein Hilfeschrei?

Wie war das eigentlich mit Maria. Sie wurde schwanger. Der Engel Gabriel kam und brachte ihr diese Kunde. Und sie? Sie fürchtete sich und konnte es erst gar nicht glauben. „Wie soll das zugehen, da ich doch von keinem Manne weiß?“ Gabriel sprach: „Der Heilige Geist wird über dich kommen…“ und du wirst Gottes Sohn gebären. Und Maria? Sie bekennt, sie vertraut: „Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt.“ Später, vielleicht zweifelnd, will sie es genau wissen: Sie geht zu Elisabeth, um zu sehen, ob diese schwanger ist. Erst danach singt sie ihr Loblied: „Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes;“ denn er hat seine Magd angesehen. (cf. Lk 1,26–48)

So war es auch bei der Erzählung von der Heilung des besessenen Knaben, aus der die Jahreslosung stammt. Der Junge litt unter epileptischen Anfällen. Als der Vater um Hilfe bat, konnten Jesu Jünger den bösen Geist nicht austreiben. Der Vater zweifelt. Erst im persönlichen Gespräch mit Jesus kann er vertrauen. Doch sind seine Besorgnisse nicht weg. Auch alle Umherstehenden sind weiterhin unsicher und zweifeln. Dies sogar noch, nachdem Jesus den Knaben von seinem Leiden befreit hat. Erst als der Knabe geheilt auf(er)steht, glauben sie. (cf. Mk 9,14–29) Doch wie lange?

Wie lange hilft mir mein Glaube? Wie weit vertraue ich, bis ich wieder ins Zweifeln gerate? Wenn mich bspw. eine ungewisse Nachricht, eine ungewisse Diagnose ereilt? Wenn die Dinge nicht so kommen, wie ich sie mir erhoffe, vielleicht sogar erwarte?
Die Bibel ist voll von solchen und ähnlichen Geschichten mit Zweifeln, Ängsten und Unglauben. Sogar Jesus zweifelte, hatte Angst in den Stunden seiner größten Not: „Abba, Vater, alles ist dir möglich; nimm diesen Kelch von mir; doch nicht, was ich will, sondern was du willst“ geschehe. (cf. Mk 14,36)
„Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“
 
Jesus glaubt an Gott und betet zu ihm. Der Vater des Knaben glaubt ebenfalls an Gott. Doch weiß er auch, wie schwach sein Glaube ist, daher bittet er um Hilfe, indem er betet und schreit: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ In diesem Schrei sind sowohl Glaube als auch Unglaube verortet. Der Vater will stark sein, die Not aushalten. Er will seinem Sohn helfen, ihn retten. Er vermag es aber nicht. Allein Jesus vermag es. Jesus hilft ihm und rettet ihn und seinen Sohn.

Diese Stärke und Schwäche, diesen Glauben und Unglauben, sehe ich auch in dem Kunstmotiv von Stefanie Bahlinger zur Jahreslosung. Der „Gekreuzigte“ bzw. das Kreuz steht sowohl für den Vater als auch den leidenden Knaben. Dieses steht aber ebenso für Jesus Christus, der den Vater und den Sohn trägt und hält. Jesus, der das Leid selbst erlebt, auf sich genommen hat. Jesus mit seiner barmherzigen Liebe und leuchtenden Kraft. Eine Kraft, die herausstrahlt, aufbricht und neue Hoffnung, neuen Halt gibt. Einen Halt, der gegründet ist auf eigener menschlicher Erfahrung und vor allem auf der Gewissheit im Glauben an Gott. Gott, der uns stützt und trägt. Gott, die für uns da ist, die für uns eintritt. Und Gott, der sogar Ohnmacht und Unglaube mit uns aushält.

Jahreslosung 2020Kunstmotiv zur Jahreslosung 2020 von Stefanie Bahlinger, Mössingen, www.verlagambirnbach.de

Ich wünsche Ihnen eine segensreiche Advents- und Weihnachtszeit sowie ein gutes neues Jahr, Ihr Vikar Sven Stoltmann.


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